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Retinol ist eine Form von Vitamin A und gehört zur Gruppe der Retinoide, einer Familie fettlöslicher Verbindungen. In der Haut wird Retinol in mehreren Schritten zunächst zu Retinaldehyd und anschließend zu Retinsäure umgewandelt, der biologisch aktiven Form, die an Rezeptoren in den Hautzellen andockt. Die Retinoid-Familie reicht von milderen Formen wie Retinylestern über Retinol und Retinaldehyd bis hin zu hochkonzentriert Retinsäure, die deutlich stärker wirkt, aber auch häufiger zu Reizungen führen kann. In der EU ist der zulässige Retinol-Gehalt in frei verkäuflichen Gesichtsprodukten reguliert. In der INCI-Liste erscheint der Wirkstoff schlicht als „Retinol“. Manche Formulierungen kombinieren Retinol zusätzlich mit stabilisierenden Verkapselungstechnologien, die den Wirkstoff langsamer freisetzen und so das Reizpotenzial verringern sollen.
Retinol zählt zu den am längsten und umfangreichsten untersuchten Wirkstoffen in der Hautpflege gegen Zeichen der Hautalterung. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Anwendung zu einer Unterstützung der Hauterneuerung und einem gleichmäßigeren Erscheinungsbild feiner Linien beitragen kann. Die breite Studienlage unterscheidet Retinol von vielen anderen, weniger gut erforschten Trendwirkstoffen, auch wenn individuelle Ergebnisse variieren können und von der Gesamtformulierung sowie der Anwendungsdauer abhängen. Die sogenannte Retinisierungsphase, in der sich die Haut zunächst an den Wirkstoff gewöhnt, wird von vielen Anwendern als vorübergehende, aber normale Begleiterscheinung beschrieben.
Retinol wird häufig bei ersten Anzeichen der Hautalterung wie feinen Linien oder einem unregelmäßigen Hautbild eingesetzt. Auch bei unreiner Haut wird der Wirkstoff gelegentlich verwendet, da er die Erneuerung der Hautzellen unterstützen und so zu einem klareren Hautbild beitragen kann. Wegen seines Reizpotenzials wird Retinol bei empfindlicher Haut meist nur in niedriger Konzentration und mit größerem Abstand zwischen den Anwendungen eingesetzt. Auch bei großporig wirkender Haut wird Retinol gelegentlich ergänzend eingesetzt, da ein unterstütztes, frischeres Erscheinungsbild die Haut insgesamt gleichmäßiger wirken lassen kann.
Retinol lässt sich grundsätzlich mit Feuchthaltemitteln wie Hyaluronsäure und mit barriereunterstützenden Ceramiden kombinieren, die das erhöhte Trockenheitsrisiko während der Anwendung ausgleichen können. Von einer gleichzeitigen Anwendung mit stark exfolierenden Säuren in derselben Routine wird häufig abgeraten, da sich die reizenden Effekte addieren können. Vitamin C und Retinol werden inzwischen häufiger versetzt statt gemeinsam angewendet, etwa Vitamin C morgens und Retinol abends. Peptid-Formulierungen gelten ebenfalls als unproblematische Ergänzung, da sie über einen anderen Wirkmechanismus arbeiten als Retinol selbst. Bei der Auswahl eines Produkts lohnt zudem ein Blick auf die Verpackung, da Retinol lichtempfindlich ist und in undurchsichtigen, luftdicht verschlossenen Behältnissen seine Wirksamkeit länger behält.
Retinol wird üblicherweise abends aufgetragen, da es die Haut lichtempfindlicher machen kann und tagsüber unbedingt mit Sonnenschutz kombiniert werden sollte. Ein schrittweiser Einstieg mit niedriger Konzentration und anfangs wenigen Anwendungen pro Woche gilt als sinnvoll, um die Verträglichkeit einzuschätzen. Ein vorübergehendes Spannungsgefühl, leichte Rötung oder Schuppung in den ersten Wochen wird gelegentlich beschrieben und sollte bei anhaltenden Beschwerden Anlass sein, die Anwendungshäufigkeit zu reduzieren. Retinol sollte während einer Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden. Eine sogenannte Sandwich-Methode, bei der Retinol zwischen zwei Schichten Feuchtigkeitscreme aufgetragen wird, wird von manchen Anwendern genutzt, um den Wirkstoff besser vertragen zu können.
In der koreanischen Hautpflege finden sich neben klassischem Retinol zunehmend mildere Derivate wie Hydroxypinacolon Retinoate, die als schonendere Alternative für empfindlichere Haut beworben werden. Japanische Formulierungen kombinieren Retinol häufig mit beruhigenden Extrakten, um das Reizpotenzial abzufedern. In beiden Traditionen wird empfohlen, Retinol schrittweise und nicht als ersten aktiven Wirkstoff einer neuen Routine einzuführen. Wer bereits an andere aktive Wirkstoffe gewöhnt ist, verträgt Retinol in der Regel leichter als jemand, der zum ersten Mal eine wirkstoffbasierte Routine beginnt.
Retinol wird häufig mit Bakuchiol sowie mit klassischen Peelingsäuren wie AHA, BHA und PHA verglichen, da alle diese Wirkstoffe das Erscheinungsbild frischerer Haut auf unterschiedliche Weise unterstützen können. Suchanfragen wie „Bakuchiol statt Retinol“ oder „Retinol oder Säure zuerst verwenden“ zeigen, dass viele Nutzer nach einer für ihre Haut passenden Alternative oder Ergänzung suchen. Bakuchiol gilt als pflanzliche, meist besser verträgliche Alternative zu Retinol, während AHA, BHA und PHA über einen anderen Mechanismus arbeiten und eher die Hautoberfläche direkt exfolieren, statt wie Retinol auf ein frischeres Hautbild von innen hinzuwirken. Bekannte Beispiele für den Einstieg sind niedrig konzentrierte Retinol-Seren sowie Bakuchiol-Cremes, die zunehmend auch in koreanischen Sortimenten zu finden sind. Wer empfindliche Haut hat und Retinol bisher nicht gut vertragen hat, testet häufig zunächst Bakuchiol als milde Alternative, bevor eine spätere, vorsichtige Einführung von Retinol in niedriger Konzentration erwogen wird.
Nicht zu Beginn. Ein schrittweiser Einstieg mit wenigen Anwendungen pro Woche wird empfohlen, bevor die Häufigkeit bei guter Verträglichkeit gesteigert wird.
Ja. Retinol kann die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen, weshalb tagsüber ein zuverlässiger Sonnenschutz besonders wichtig ist.
Empfindliche Haut kann Retinol grundsätzlich vertragen, sollte aber mit einer niedrigen Konzentration und größeren Anwendungsabständen beginnen.
Sichtbare Veränderungen werden häufig erst nach mehreren Wochen bis Monaten regelmäßiger Anwendung beschrieben, da sich die Haut zunächst an den Wirkstoff gewöhnen muss.
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